Rom mit anderen Augen sehen – wenn Geschichte lebendig wird

Es gibt Bücher, die eine Geschichte erzählen, und es gibt Bücher, nach denen man mehr wissen und sehen möchte. Der sixtinische Himmel von Leon Morell gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Michelangelo war mir vor diesem Buch keineswegs fremd. Seit ich Vasaris Lebensläufe der berühmtesten Maler, Bildhauer und Architekten gelesen habe, fasziniert mich dieser … Weiterlesen

Sie bleibt Joan – Zwischen Liebe, Loyalität und dem eigenen Weg (Meg Wolitzer)

Am Anfang erschien mir „Die Ehefrau“ etwas langatmig. Doch das änderte sich erstaunlich schnell. Aus der zunächst ruhig erzählten Geschichte wurde ein Buch, bei dem ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Joan und Joe weitergeht – und vor allem, wie es endet. Joan entwickelt sich im Laufe des Buches von einer jungen Frau, die … Weiterlesen

Was wir von den Alten nicht wissen – Stay away from Gretchen und Was ich nie gesagt habe von Susanne Abel

Ich habe „Stay away from Gretchen“ und „Was ich nie gesagt habe“ von Susanne Abel direkt hintereinander gelesen und für mich gehören beide Bücher zusammen. Das erste erzählt eine Geschichte, das zweite vervollständigt sie. Viele Dinge, die im ersten Buch offenbleiben oder bei denen man sich bereits ein Urteil über einzelne Personen gebildet hat, bekommen … Weiterlesen

Eine Frage der Chemie – oder warum mich dieses Buch nicht loslässt

Manche Bücher liest man. Andere erlebt man. So ging es mir mit „Eine Frage der Chemie“. Ich habe dieses Buch mit großer Freude gelesen, aber auch mit Tränen in den Augen beendet. Nicht, weil die Geschichte besonders dramatisch wäre, sondern weil ich mich in Elizabeth Zott immer wieder selbst wiedergefunden habe. Elizabeth ist Wissenschaftlerin, Mutter … Weiterlesen

Mameleben – Wer war Mame wirklich?

„Mameleben“ von Michel Bergmann hat mich anders beschäftigt, als ich zunächst erwartet hatte. Das lag nicht am Thema. Die Geschichte jüdischer Familien, des Krieges, der Verfolgung und ihrer Folgen ist wichtig und erinnerungswürdig. Gleichzeitig habe ich im Laufe der Jahre viele Bücher zu diesem Themenkomplex gelesen. Die Schicksale unterscheiden sich, die Muster ähneln sich oft. … Weiterlesen

James – Wozu Menschen fähig sind

„James“ von Percival Everett hat mich beschäftigt, weil das Buch weit mehr ist als eine historische Abenteuergeschichte. Es erzählt von Gewalt, Macht und Entmenschlichung, aber auch davon, wie Menschen trotz allem versuchen, ihre Würde zu bewahren. Besonders eindrücklich war für mich der Moment, in dem James beginnt, sich zu wehren. Gewalt gegen Sklaven war für … Weiterlesen

Der Zopf von Laetitia Colombani – gut erzählt, aber ohne Nachhall

Manchmal merkt man erst am Ende eines Buches, dass einem etwas gefehlt hat – auch wenn man während des Lesens gar nicht genau benennen kann, was. So ging es mir mit Der Zopf. Drei Geschichten, drei Frauen, drei Lebensrealitäten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und doch laufen sie am Ende sauber zusammen. Indien, Sizilien, Kanada … Weiterlesen

Der Papierpalast – Rezension und meine Interpretation des Endes

Der Papierpalast von Miranda Cowley Heller ist für mich keine klassische Liebesgeschichte, sondern die Entwicklung einer Frau, die gelernt hat zu funktionieren, durchzuhalten und dabei ein Stück von sich selbst verloren hat. Elle steht nicht einfach zwischen zwei Männern. Sie kommt aus einer schwierigen Kindheit, ohne echte Stabilität, ohne das Gefühl von verlässlicher Familie. Und … Weiterlesen

Ben in der Welt – Wenn eine Fortsetzung ihre Hauptfigur verliert

Nach der Lektüre von Ben in der Welt bleibt bei mir vor allem Enttäuschung zurück. Nicht, weil das Buch schwierige Themen anspricht – sondern weil es sie an der falschen Figur festmacht. Im ersten Teil, Das fünfte Kind, war Ben für mich kaum ein Mensch. Er war eine Zumutung, eine Störung, etwas Unbegreifliches. Gerade das … Weiterlesen

Amrum (Hark Bohm) – Lesen wie ein Fluss

Amrum ist kein Buch, das einen sofort mitnimmt.Es fordert Geduld. Und genau das ist seine Haltung. Der Anfang ist sperrig. Viele Beschreibungen, wenig Handlung, lange Passagen über Landschaft, Wetter, Wege. Ich habe das Buch zunächst nur in kleinen Abschnitten gelesen. Nicht, weil es schlecht geschrieben wäre, sondern weil es Raum braucht. Die Bilder mussten sich … Weiterlesen